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Argentinien: Auswandern auf Probe …?

Aktualisiert: 12. Mai 2022



Es war nicht nur die südländische Ruhe und Gelassenheit, sondern eben v.a. seine Liebe zur Freiheit des Einzelnen und Flexibilität in Sachen Alltags- und Lebensplanung, die ich mir zu eigen machen wollte. Im Vordergrund stehen hierzulande das emotionale Befinden, die zwischenmenschliche Beziehung – äußere Verpflichtungen werden hinten angestellt; und wenn es diese anzupacken gilt, wird nach kreativen Lösungen gesucht. Der Argentinier genießt - getreu seinem Motto „Das Leben ist ein Abenteuer“. Und genau auf dieses Abenteuer wollte ich mich zunächst für 1 Jahr begeben, mittlerweile sind es schon 8 (Jahre)😊


Zuerst verschlug es mich nach Uspallata, einem malerischen Bergdorf der gleichnamigen Provinz Mendoza, von wo aus ich auf 2000m Höhe unweit einer alten Inka-Stätte und im Einklang mit der Natur das Geheimnis von Ruhe und Innerem Frieden erfuhr. Kurioserweise hatte mir mein damaliger Yoga-Lehrer aus Chemnitz 2 Jahre zuvor die Lektüre des Buches „The Secret“ (Rhonda Byrne) empfohlen: Es beschreibt das Gesetz der Anziehung, wonach wir in unser Leben ziehen, was auch immer wir denken. Ich las also dieses Buch während meiner 1. Reise durch Argentinien und Chile, ich las es an jenen Tagen im deutschen Frühling 2010, an denen mein Reiseziel der Touristenort Uspallata war. In Gedanken malte ich mir aus, wie es sich anfühlen würde, ein Leben an diesem Ort zu führen (…) Ein unbeschreibliches Gefühl der Vollkommenheit stieg in mir auf. Und gleichzeitig schien mir dieser Gedanke derart absurd und unrealistisch.. und zwar so absurd, dass alles genau so kam.

--- Am 13. August 2013 stieg ich in den Flieger, One Way. Das große Abenteuer begann ---



2 Länder – 2 Kulturen

Deutschland und Argentinien. Die 2 Kulturen könnten weiß Gott nicht gegensätzlicher sein, weshalb mir das Ankommen bzw. die „flexible Alltagsplanung“ zu Beginn beinah Kopf und Kragen gekostet hat. Dennoch haben mich die chaotischen und instabilen Lebensbedingungen Argentiniens schnell dazu angehalten, meine eigene Struktur und Ordnung zu finden, Sicherheitsdenken abzubauen und mich in erster Linie auf mich selbst zu verlassen […].

Der Weg meiner eigenen Persönlichkeits- und spirituellen Entwicklung war dabei Sinngebend und immer wieder Richtungsweisend. So inspirierten mich zeitweilig die Lehren von José Luis Parise & Louise Hay.


Wie lebe ich Persönliches & Spirituelles Wachstum im Alltag?

Die Anden vor der Haustür laden schlichtweg dazu ein, den Tag mit einem Morgenritual an der frischen Luft zu beginnen. Ob Yoga auf der Dachterrasse, Joggen im Stadtpark mit herrlichem Blick auf die Berge oder „Funcional bei Quinta Training“ (Körper-Funktionstraining) – ich komme täglich mit meinem Körper in Kontakt, was für mich das A & O für einen tätigen Kopf und somit für seelisches Gleichgewicht ist […]. Oft erweitere ich die körperliche Aktivität um eine spirituelle Dimension, indem ich z.B. dem Joggen eine persönliche Absicht zuschreibe, d.h. konkret: Während ich laufe stelle ich mir vor, mich mit jedem Schritt nach vorn einem bestimmten Ziel zu nähern. Dazu „aktiviere“ ich gern die sog. „Códigos Andinos“ (dt. Anden-Kodexe), nach denen ich das entsprechende Ziel in mehreren Schritten angehe (s. 7 Anden-Kodexe = 7 „Schritte“ bzw. Vereinbarungen mit dem Selbst).


Gern zeige ich dir, wie du diese oder andere Praktiken der andinen Gemeinde auch in deinen Alltag integrieren und so dein seelisches Wohlbefinden verbessern kannst.


Begegnungen: Mit mir selbst und anderen …

Eine meiner ersten authentischsten Begegnungen mit mir selbst und anderen hatte ich beim Lebenstanz (Biodanza) – einem tanztherapeutisch ausgerichteten Übungssystem, das in den 60er Jahren vom chilenischen Psychologen und Künstler Rolando Toro entwickelt wurde. Im Zentrum steht das Gefühl, dem durch eine freie „innere Bewegung“ Ausdruck verliehen wird. Verschiedene Lebensthemen werden wertfrei getanzt, so z.B. Lebensfreude & Kreativität.


Einen ähnlichen Effekt haben die Kirtan-Gesänge. Kirtan singen bedeutet, ein Mantra auf melodische Art und Weise, begleitet von Musikinstrumenten, zu wiederholen. Der hinduistische Wechselsang stärkt das Bewusstsein und löst positive Gedanken aus.


Begegnungen: Mit meiner Umwelt …

Um noch einen Schritt weiter zu gehen und auch das Gefühl zu erproben, buchstäblich mit meiner Umwelt im Einklang zu sein, nahm ich später an sog. Spirituellen Bergwanderungen („Caminatas Espirituales“) teil. Diese folgten meist den 11 Schritten der Geheimen Kunst („Los 11 Pasos de la Magia“) von Parise – einer Methodik, bei der die Kraft des Wortes eine zentrale Rolle bei der Schaffung bzw. Wahrnehmung der eigenen Realität spielt.


In jüngster Zeit habe ich schließlich die Temazcalli-Zeremonien für mich entdeckt:

Temazcal bedeutet aztekisches Dampfbad. Dieses ist auf Entspannung und körperliche Reinigung ausgerichtet. Dabei sitzt man im Inneren einer Holzkonstruktion in Iglu-Optik mit überhängenden Stofflagen und um glühend heiße Steine herum. Auf diese werden Kräuter gelegt, die wie in der Sauna mit Wasser übergossen werden.


Schließlich führen die beschriebenen Techniken zu mehr Bewusstsein und Lebensqualität im Alltag. Sie können daher ein guter Wegweiser für die persönliche Entwicklung sein […].

Viele der mich umgebenen Einheimischen verstehen das Leben als einen lebenslangen Prozess des inneren Wachstums, der Persönlichkeitsentwicklung, in dem jeder Mensch eine Art Daseins-Auftrag erfüllt. So versuche auch ich, jeden Tag ein etwas besserer Mensch zu sein, d.h. der besten Version meiner Selbst nachzugehen… .

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